Chinas Rolle bei der globalen Energiewende


China hatte bis Ende 2024 rund 900 Gigawatt Solarkapazität installiert – fast doppelt so viel wie Europa und die USA zusammen. 2024 allein erzeugte China über 1’800 Terawattstunden Strom aus Wind und Sonne – ein Vielfaches dessen, was viele Industrieländer insgesamt verbrauchen. Weiter haben die CO2-Emmissionen in China im letzten Jahr zum erstmals abgenommen. Auch im Bereich der Elektromobilität und der Batterien ist das Land führend mit Marktanteilen von 60-70%. Mit seiner enormen Skalierung bei erneuerbaren Energien, Batterien und Elektromobilität sowie vielen weiteren für Netto-Null relevanten Technologien zeigt China, wie Industrialisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung Hand in Hand gehen.
Community Insights
von CEO4Climate
05.02.2026

Was ist von Chinas klimafreundlichen Technologien in den nächsten Jahren zu erwarten? Wo liegen die damit verbundenen Chancen für Schweizer Unternehmen und die Umsetzung des Netto-Null Ziels – und wo die Risiken? Darüber haben sich rund 40 CEOs von Grossunternehmen aus allen Branchen am CEO4Climate-Erfahrungsaustausch bei PwC Switzerland ausgetauscht – zusammen mit hochkarätigen Expert*innen.

Fotografie: Patrik Fuchs
Weitere Bilder finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Herzlichen Dank an Markus Herrmann (Co-Founder and Managing Director China Macro Group), Daniel Bischofberger (CEO Accelleron) und Marcel Meyer (Partner PwC Switzerland) für die sehr wertvollen Einsichten! Zu den PowerPoint-Präsentationen:

Co-Founder und Managing Director China Macro Group

Key Community Insights des Erfahrungsaustauschs

Chinas strategisches Energie- und Klimanarrativ

China verbindet Energiepolitik, Klimaziele und Industrialisierung zu einem einzigen, integrierten Ansatz. Erneuerbare Energien und digitale Technologien gelten dabei nicht als Kostenfaktor, sondern als Grundlage für günstige Produktion, Wettbewerbsfähigkeit und für mehr Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Dieses Modell macht China zu einem zentralen Treiber der globalen Dekarbonisierung und zeigt Europa und der Schweiz, wie Netto-Null die Wettbewerbsfähigkeit und die geopolitische Stellung stärkt – wobei China von «industrial upgrading» spricht.

Nischenstrategie als Schweizer Wettbewerbsvorteil

Die Schweiz bleibt dort stark, wo sie in spezialisierten Nischen Exzellenz und technologischen Vorsprung bieten kann. In grossen Märkten wird China weiter dominieren, weshalb für Europa und die Schweiz die Differenzierung über Präzision und Spezialisierung entscheidend bleibt. Unternehmen sichern ihren Erfolg, indem sie Nischen klar besetzen und gleichzeitig Kundennähe und Servicequalität hochhalten.

Schweizer Stärken gezielt weiterentwickeln

Die Schweiz erzielt ihren globalen Mehrwert durch Forschung, Ausbildung und technologische Präzision, nicht durch Massenproduktion. Diese Standortvorteile müssen konsequent gepflegt, finanziert und strategisch weiterentwickelt werden. Nur so kann die Schweiz ihre Rolle im globalen Innovationssystem sichern und ausbauen.

Erfolgsfaktoren für Partnerschaften mit China

Erfolgreiche Zusammenarbeit entsteht, wenn chinesische Teams vollständig integriert und mit echter Verantwortung ausgestattet werden. Unternehmen sollten ganze Projekte in China umsetzen, nicht nur Teilaufgaben – das schafft Vertrauen und Kompetenz vor Ort. So gelingt der langfristige Marktzugang zu China als Absatzmarkt für Schweizer Lösungen.

Mit Arbeitsethos, Tempo und Unternehmertum zum Erfolg

China zeigt, wie Pragmatismus, Geschwindigkeit und unternehmerisches Denken wirtschaftliche Dynamik erzeugen. Die Schweiz verliert Tempo, wenn sie aus Perfektionsanspruch und Zurückhaltung heraus zu spät entscheidet. Mehr Mut zum Handeln und ein stärkeres Unternehmerdenken sind notwendig, um international relevant und sichtbar zu bleiben.