Der KMU-Business-Case zum Netto-Null-Ziel – Regio-Lunch Ostschweiz


Netto-Null entwickelt sich für KMU zunehmend vom Klimaziel zum strategischen Erfolgsfaktor: In einem geopolitisch angespannten Umfeld mit volatilen Energiepreisen und steigenden Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen wird Klimaschutz zum Treiber für Resilienz, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend ist dabei weniger die perfekte Strategie als der Mut, heute ins Handeln zu kommen – mit klarer Führung, pragmatischen Schritten und dem Willen, Transformation im eigenen Unternehmen aktiv voranzutreiben.
Community Insights
von CEO4Climate
18.05.2026

Die Erfahrungen der Geschäftsführer*innen zeigen: Die Reduktion von CO2-Emissionen bleibt auch unter schwierigen wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen zentral – und bietet konkrete betriebliche Vorteile. Wer früh handelt, kann Kosten stabilisieren, Abhängigkeiten reduzieren und sich im Wettbewerb differenzieren, etwa als attraktive Arbeitgeber*in. Gleichzeitig steigen die Erwartungen entlang der Wertschöpfungsketten weiter, insbesondere von Grossunternehmen. Erfolgreiche KMU setzen deshalb auf etappenweises Vorgehen, testen neue Lösungen im Kleinen und verankern Nachhaltigkeit konsequent in Führung, Organisation und Geschäftsmodell.

Fotografie: Patrik Fuchs
Weitere Bilder finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Key Community Insights des Erfahrungsaustauschs

Abwarten und Abschieben verzögert den Erfolg

Häufig wird Verantwortung auf Politik, andere Länder oder den Markt verschoben, obwohl heute bereits viele wirkungsvolle und wirtschaftlich sinnvolle Massnahmen umsetzbar sind. Zeitnahe Reduktionen von CO2-Emissionen und klare Marktpositionierungen werden so verpasst. Investitionen in erneuerbare Energien, die Elektromobilität, die Energiespeicherung oder die Ressourceneffizienz lohnen sich.

Innere Überzeugung als Schlüsselfaktor

Die Umsetzung von Netto-Null-Zielen in KMU hängt auch stark von der persönlichen Überzeugung der Geschäftsleitung ab. Nachhaltigkeit erfordert Mut, klare Priorisierung und die Bereitschaft, langfristig zu denken, statt kurzfristige Vorteile zu maximieren.

Öffentliche Beschaffung als Hebel noch zu schwach

Die nachhaltige öffentliche Beschaffung bietet viel Potenzial zur Dekarbonisierung. Derzeit sind die aktuellen Anreize in öffentlichen Ausschreibungen aber noch zu schwach, damit sich KMU gezielt über Nachhaltigkeit differenzieren können. Eine stärkere Gewichtung entsprechender Kriterien würde hier deutlich mehr Wirkung entfalten.

Politisches Engagement gewinnt an Bedeutung

KMU-Geschäftsführer*innen spielen eine wichtige Rolle bei der Mitgestaltung von politischen Rahmenbedingungen. Ihr aktives Engagement kann zu Investitionssicherheit und klaren Leitplanken für die Dekarbonisierung beitragen.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil im Arbeitsmarkt

Eine glaubwürdige Ausrichtung auf Nachhaltigkeit wird zunehmend zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Talente. Mitarbeitende möchten sich mit den Werten ihres Unternehmens identifizieren und suchen Sinn in ihrer Arbeit. KMU können sich hier gezielt positionieren und ihre Attraktivität als Arbeitgeber*in stärken.

Halbjahresplan der KMU-CEOs

Die CEOs fokussierten in der Diskussion zu Klimaschutzmassnahmen, welche sie im nächsten halben Jahr umsetzen oder angehen möchten, auf diese Schwerpunkte: